II. Über die Mainzer Landstraße vom Westend Tower zum Zwillingsturm

Die Hochhausachse zwischen Messe- und Bankenpulk
Icon der Führung. Wolkenkratzer der DZ Bank in Frankfurt, 2017.

Zu Beginn der Stadtführung gebe ich einen Überblick über die Frankfurter Hochhäuser der Vor‑ und Nachkriegsjahre. Der Bau der hohen Häuser stieß bis in die 1980er Jahre auf erhebliche Widerstände der Bevölkerung. Als in einer Augustnacht des Jahres 1973 am Platz der Republik der Rohbau eines Hochhauses Feuer fing, jubelte eine euphorisierte Menschenmenge.

Der Westend Tower, gleichfalls Westendstraße 1 oder Kronenhochhaus genannt, gilt als erster „echter“ Wolkenkratzer amerikanischer Prägung. In seiner Vielfältigkeit, mit seinen Asymmetrien, den Quadern, Zylinder‑ und Kreissegmenten, Einschnitten, Durchstichen und Faltungen, Säulen und Pergolen, Maisonetten und Attiken ist das Ensemble in hohem Maße heterogen und komplex. Eine innere und eine äußere Röhre steifen das Kronenhochhaus aus. Die äußere Röhre ist eine energetisch günstige Lochfassade. Vorgehängt sind Fassadenelemente aus hellem Granit, Glas und Metall. Der Strahlenkranz ist der Kopfschmuck und Blickfang des Sitzes der DZ Bank und weist nach einer Interpretation auf Frankfurt als Krönungsstadt deutscher Könige und Kaiser hin. Die Skulptur „Inverted Collar and Tie“ markiert den Eingang des Turms. Der Künstler Claes Oldenburg äußerte sich zu seinem Werk wie folgt: „Sie müssen die Krawatte anziehen, wenn Sie das Gebäude betreten, und können sie erst ausziehen, wenn sie es verlassen – sie kann aber auch wegfliegen.“

Mitte der 1970er Jahre galt das Frankfurter Büro Center, das FBC, als die größte „Spekulationsruine Frankfurts“. Das Scheibenhochhaus mit der Reduktionsgeometrie hat die Besonderheit, dass es mit seiner Schmalseite im rechten Winkel zur Mainzer Landstraße verläuft. Vor dem Haupteingang steht die elf Tonnen schwere, konkave und konvexe Skulptur des Bildhauers Claus Bury aus „unveredeltem“ Schiffsbaualuminium. Die Maße der Plastik korrespondieren mathematisch mit denen des Frankfurter Büro Centers.

Die Mainzer Landstraße entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einer viel genutzten Wegeverbindung für Gewerbe, Industrie und Wohnen. In früheren Jahrhunderten war sie landwirtschaftlich geprägt und Ort einer Hinrichtungsstätte für „nasse“ Strafen.

Das erste Hochhaus der Mainzer Landstraße datiert aus dem Jahr 1964 und war zur Entstehungszeit das größte Bankgebäude Frankfurts. Als das Hochhaus nur 25 Jahre später dem Trianon weichen musste, wurde dieses kaum noch als solches wahrgenommen. Die Gründung des Trianons besteht aus einer reinen Fundamentplatte. Pfähle waren trotz der enormen Höhe des Hauptsitzes der DekaBank nicht erforderlich. Erstmals in Deutschland gab ein Bauherr grünes Licht zum Einsatz hochfesten Betons für einen Teil des Hochhaustragwerks. Der obere Abschluss des Trianons ist ein auf den Eckpfeilern des Bauwerks aufgelagerter, auf der Spitze stehender Tetraeder.

Zum Abschluss der Stadtführung erreichen wir die städtebaulich markante Einmündung der Mainzer Landstraße in den Anlagenring. In diesem Bereich stand bis 1972 die Ruine des Palais Löwenstein. Während des Dritten Reiches nutzte die NSDAP SA‑Gruppe Hessen das neobarocke, schlossartige Bauwerk. Anstelle der Ruine wuchs 1979 das Hochhauspaar der Deutschen Bank empor. Die Zwillingstürme „Soll und Haben“ prägen das Erscheinungsbild der Mainzer Landstraße entscheidend mit, haben ihre Adresse jedoch an der Taunusanlage. Eine komplizierte geometrische Form, die von Dreiecken dominiert wird, bildet den Grundriss des Ensembles. Die Zwillingstürme sind die ersten Hochhäuser in Europa mit Röhre‑in‑Röhre‑Systemen zur Aussteifung.

Auf Grund der SARS-CoV-2-Pandemie finden die Führungen unter Einhaltung der gegenwärtig geltenden Abstands- und Hygieneregeln statt.

Schutz- und Hygienekonzept

Gruppenführungen

Treffpunkt:
Dauer:
Je nach Wunsch 2 bis 3 Stunden.
Honorar:
Bis 10 Gäste:
11–20 Gäste:
21–30 Gäste:
75 
100 
125 
Euro pro Stunde,
Euro pro Stunde,
Euro pro Stunde.
Beispiel: Eine Gruppenführung für 15 Gäste über eine Dauer von 2 Stunden kostet somit insgesamt 200 Euro.

Alle Preise enthalten die gesetzliche Mehrwertsteuer in Höhe von 16 Prozent. Eventuell fällige Eintrittspreise und Zusatzleistungen sind in den Honoraren nicht inbegriffen. Zur Zeit können Sie gebuchte Gruppenführungen per Vorkasse beziehungsweise Rechnung bezahlen.

Zur Berücksichtigung der Abstandsregeln während der SARS‑CoV‑2‑Pandemie ist die Teilnehmerzahl bis auf Weiteres auf 10 Personen begrenzt.
Buchung:
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Icon der Führung. Westend Tower an der Mainzer Landstraße, 2017.