Das Original im Ostend!

Rund um EZB und Osthafenbrücke

Ein Frankfurter Stadtteil im Wandel
Icon der Stadtführung. EZB, Osthafenbrücke auf Ruhrorter‑Werft, Frankfurt 2012.

Im Mittelpunkt der Stadtführung stehen der polygonale Doppelturm der Architekten von Coop Himmelb(l)au, die sanierte ehemalige Großmarkthalle des Baumeisters und Hochschulprofessors Martin Elsaesser mit der Erinnerungsstätte sowie das Eingangsbauwerk der Europäischen Zentralbank. Weitere Schwerpunkte sind die denkmalgeschützte Honsellbrücke sowie die neue Osthafenbrücke.

Auf dem Gelände des heutigen Hauptsitzes der EZB errichtete die Philipp Holzmann Bauunternehmung in den Jahren 1855/56 eine Holzschneiderei, die als erste „Zentrale“ der Firma gilt. Nachdem nur zwei Jahre später ein Brand die Arbeitsstätte zerstörte, expandierte Philipp Holzmann an gleicher Stelle.

Die ehemalige Großmarkthalle im Frankfurter Stadtteil Ostend hat eine rund 90‑jährige, wechselvolle Geschichte. Der Zweckbau der Klassischen Moderne von 1928 ist der erste Großbau in moderner Betonschalenbauweise und war zur Entstehungszeit zugleich der größte Gebäudekomplex in Frankfurt. Das Dach des Hallenbaus, des mit dem Zeiss‑Dywidag‑Verfahren des Professors im Bauingenieurwesen Dr. Franz Anton Dischinger und des Physikers und Maschinenbauingenieurs Dr. Walther Bauersfeld erstellten „Eierschalengewölbes“, hat im Scheitel einen Betonauftrag von lediglich 7,8 Zentimetern. Im Innern des zu Großmarktzeiten funktional und konstruktiv durchstrukturierten Baus stellte sich eine sakrale Atmosphäre ein. Der Frankfurter Volksmund verlieh der Halle die zugleich liebe‑ und weihevollen als auch spöttischen Bezeichnungen „Gemieskerch“ oder „Kabbeskathedrale“.

Ein einfacher Quader war den Architekten von Coop Himmelb(l)au um Prof. Wolf D. Prix als Bauform für das 2014 fertiggestellte Doppelscheiben‑Hochhaus zu wuchtig und zu ungelenk. Die Fassaden im Westen und Osten sind als Schrägen, die im Norden und Süden als hyperbolische Paraboloide – gegensinnig gekrümmte Flächen – ausgebildet. Zwischen den verdrehten Türmen im Stil des Dekonstruktivismus befindet sich die mit etwa 150 Metern höchste Atriumstruktur auf dem europäischen Kontinent. Die horizontalen Verbindungsplattformen und Diagonalstreben im Atrium sind wesentlich für die Aussteifung der Konstruktion und ermöglichen eine Reduzierung der Kernflächen.

Eine Station der Stadtführung befindet sich vor dem Eingangsbauwerk, das auf der Nordseite im oberen Bereich dreidimensional gebogene Glaselemente aufweist. Das Eingangsbauwerk markiert den Haupteingang der EZB, durchbricht und überrragt die ehemalige Großmarkthalle und stellt eine Verbindung zum Doppelturm mit dem Atrium her. Der Durchbruch führte zu heftigen Kontroversen. Gegner äußerten sich teils in einer sehr martialischen Sprache, dass das Eingangsbauwerk Elsaessers Meisterwerk zersäbelt, zersägt, erdolcht, entstellt, ein Balken die Großmarkthalle rammt und verstümmelt, eine Lanze die Halle durchsticht.

Die Nationalsozialisten missbrauchten die Großmarkthalle als eine zentrale Sammelstelle für die Deportation von mehr als 10.000 jüdischen Mitbürgern. Ein Teil der Wegstrecke der Führung verläuft entlang der öffentlich zugänglichen Bereiche der 2015 eröffneten Erinnerungsstätte der Architekten KatzKaiser. Das Areal der EZB wird auf der differenzierten und aufschlussreichen Veranstaltung nicht betreten.

Die Honsellbrücke über der Hafeneinfahrt und die nördlich anschließenden Vorlandbrücken entstanden 1911 mit dem Bau des Frankfurter Osthafens. Eine Projektion des städtischen Tiefbauamtes aus dem Jahr 1907 sah eine Verlängerung des Brückenzuges über den Main vor. Die Stadt verwirklichte dieses Bauvorhaben jedoch erst mehr als ein Jahrhundert später mit der 2013 vollendeten Osthafenbrücke. Gegen Ende der Stadtführung zeige ich bildliche Darstellungen zum Einschwimmvorgang mit den Hochseekoppelpontons des auf dem Gelände des Honselldreiecks vormontierten Mainübergangs. Die Konstruktion der Stabbogenbrücke ist auf ein Patent des 1891 in Odense geborenen Bauingenieurs Octavius Ferdinand Nielsen zurückzuführen.

Auf Wunsch können Gruppenführungen mit einer städtebaulichen Betrachtung des südlichen Ostends und/oder der Entwicklung des Osthafens ergänzt werden. Sie können Gruppenführungen bis zu einer Dauer von sechs Stunden buchen; davon entfallen bis zu drei Stunden auf den neuen Hauptstandort der EZB. Mit meinen Veranstaltungen wende ich mich sowohl an technisch und historisch interessierte Laien als auch an Fachpublikum – Ingenieure, Architekten, Studenten.

Auf Grund der SARS-CoV-2-Pandemie finden die Führungen unter Einhaltung der gegenwärtig geltenden Abstands- und Hygieneregeln statt.

Schutz- und Hygienekonzept

Gruppenführungen

Treffpunkt:
Dauer:
Je nach Vereinbarung 2 bis 6 Stunden, zuzüglich etwaiger Pausen.
Honorar:
Bis 10 Gäste:
11–20 Gäste:
21–30 Gäste:
75 
100 
125 
Euro pro Stunde,
Euro pro Stunde,
Euro pro Stunde.
Beispiel: Eine Gruppenführung für 15 Gäste über eine Dauer von 2 Stunden kostet somit insgesamt 200 Euro.

Alle Preise enthalten die gesetzliche Mehrwertsteuer in Höhe von 16 Prozent. Eventuell fällige Eintrittspreise und Zusatzleistungen sind in den Honoraren nicht inbegriffen. Zur Zeit können Sie gebuchte Gruppenführungen per Vorkasse beziehungsweise Rechnung bezahlen.

Zur Berücksichtigung der Abstandsregeln während der SARS‑CoV‑2‑Pandemie ist die Teilnehmerzahl bis auf Weiteres auf 10 Personen begrenzt.
Buchung:
Wenn Sie die Stadtführung „Rund um EZB und Osthafenbrücke“ buchen möchten, nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf.
Icon der Führung. EZB, Osthafenbrücke, Frankfurt 2012.
Stabnetzwerk einer Planetariumskuppel in Jena, 1922.